Recht interessant

Urlaub nach fristloser Kündigung?

von Martin Vogel

Geht nicht, sagt das BAG. Denn zum Urlaub gehört nicht nur die Freistellung, sondern auch die Urlaubsvergütung.

Das Bundesarbeitsgericht hat in seiner Pressemitteilung Nr. 2/15 zu seinem Urteil vom 10.2.15 - 9 AZR 455/13 - der vorsorglichen und hilfsweisen Urlaubsgewährung nach fristloser Kündigung eine Absage erteilt und u.a. ausgeführt:
Kündigt ein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos sowie hilfsweise ordentlich unter Wahrung der Kündigungsfrist und erklärt er im Kündigungsschreiben, dass der Arbeitnehmer für den Fall der Unwirksamkeit der außerordentlichen Kündigung unter Anrechnung der Urlaubsansprüche von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freigestellt wird, wird der Anspruch des Arbeitnehmers auf bezahlten Erholungsurlaub nicht erfüllt, wenn die außerordentliche Kündigung unwirksam ist. Nach § 1 BUrlG setzt die Erfüllung des Anspruchs auf Erholungsurlaub neben der Freistellung von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung auch die Zahlung der Vergütung voraus. Deshalb gewährt ein Arbeitgeber durch die Freistellungserklärung in einem Kündigungsschreiben nur dann wirksam Urlaub, wenn er dem Arbeitnehmer die Urlaubsvergütung vor Antritt des Urlaubs zahlt oder vorbehaltlos zusagt.

Klageverzicht in Aufhebungsvertrag nach Kündigungsdrohung?

von admin

Das BAG hat sich in seinem Urteil vom 12.3.15 mit der Wirksamkeit einer Klageverzichtsklausel in einem Aufhebungsvertrag befaßt, der zur Vermeidung einer außerordentlichen Arbeitgeberkündigung geschlossen wurde und dazu festgestellt:
Ein Klageverzicht in einem vom Arbeitgeber vorformulierten Aufhebungsvertrag unterliegt als Nebenabrede einer Inhaltskontrolle nach § 307 BGB. Wird ein solcher formularmäßiger Klageverzicht in einem Aufhebungsvertrag erklärt, der zur Vermeidung einer vom Arbeitgeber angedrohten außerordentlichen Kündigung geschlossen wird, benachteiligt dieser Verzicht den Arbeitnehmer unangemessen iSv. § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB, wenn ein verständiger Arbeitgeber die angedrohte Kündigung nicht ernsthaft in Erwägung ziehen durfte (aus der Pressemitteilung des BAG Nr. 11/15).